Gedankenzeitgefühl

von farbenmaedchen

Ich sitze auf dem alten Holzstuhl auf dem Balkon in eine Decke gewickelt und beobachte die Wolken. Manchmal würde ich gerne die Welt anhalten, nur für ein paar Sekunden, damit sie stehen bleiben und ich sie noch etwas länger ansehen kann. Es ist stürmisch heute. Ich ziehe die mit bunten Flicken bestickte Decke etwas enger um meine Schultern. Meine Gedanken kehren dorthin zurück, wo sie eigentlich nicht sein sollten.

Wir hatten uns nicht mehr viel zu sagen und doch blieb so vieles unausgesprochen. Letztendlich hingen so viele ungesagte Worte zwischen uns in der Luft, dass das Atmen schwer fiel.

Als ich nach meiner Teetasse greife stelle ich fest, dass sie leer ist. Seufzend strecke ich die Beine aus. Ich habe jegliches Gefühl für Zeit verloren. Eine Katze läuft über die Wiese hinter dem Haus. Katzen haben dich immer fasziniert. Sie seien so anmutig, hast du gesagt.

Ich stehe auf und gehe in die Küche. Gerne hätte ich dir von meinem Tag erzählt und dich gefragt wie es dir geht, was du machst. Während der Wasserkocher leise zu zischen beginnt sehe ich aus dem Fenster.

Ich habe dich nie eine Katze streicheln sehen.